Ergebnis Hellecat-Regatta Nr. 2 — 8./9.August

Heiß, heiß, Heiß,

wer hätte gedacht das es in Hollen derart heiß werden könnte. 36°, und kaum Schatten.
Schon der Bootsaufbau am Freitag Nachmittag geriet zur Tortur.
Etwas über 80 Segler, davon 13 A-Catler, hatten sich eingefunden um sich in die Hitzeschlacht zu begeben. Am Samstag Morgen ging dann erst mal die Startverschiebung nach oben. Mindestens 2 Stunden. Es war kaum ein Lufthauch zu spüren, dann wurde der Ostwind stärker um dann zu drehen, die Seebriese kam doch noch. Also ging es raus aufs Wasser. Drei Rennen wurden bei wechselnden Windstärken gesegelt. Teils reichte es zum Foilen teils nur zu Klassisch.
Nach tropischer Nacht hatten wir am Sonntag um 9:00 schon wieder 28°. Weiter gings bei nördlichen Winden. Wieder mit sehr richtungsstabilen Winden zwischen 5 und 12 Knonten. Die eine oder andere Böe hat für mich zumindest die ganze Kreuz gereicht, herrleich, und bis zur Ablauftonne, dann war der Wind erst mal durch.
Mischa, Pieter Jan, und Rutger waren die Segler des Wochenende. Nach dem meine Wasservorräte am Sonntag schnell aufgebraucht waren, musste ich raus. Abbauen und Aufladen waren noch mal einen Tortur.

Ein rundum schönes aber Heißes Wochenden.

Grüße
Jens

Lago Bracciano 25/26 JUL und 1/2 AUG 2020

Nach langer Corona Pause wurden die ersten Regatten in Italien beim AVB Associazione Velica di Bracciano durchgeführt. Insgesamt 21 A-Cats, aus 3 Nationen
1 SUI, 3 GER und 17 ITA haben sich auf die Reise zum Lago Bracciano gemacht.

Am ersten Wochenende konnten bei traumhaften Bedingungen mit konstantem Wind von 9-12 Knoten insgesamt 5 Wettfahrten durchgeführt werden. Am Start waren 7 Foiling und 14 Classic Boote, mit einer Serie von 1,5,2,5,8 konnte ich den 4. Platz Overall, und den 1. Platz bei den Classic Booten erreichen.

Alle Ergebnislisten sind hier zu Finden: https://www.avbracciano.it/regate/regate-2020/

Im Anschluss gab es eine Woche perfekte Trainings Bedingungen, die ich auch dieses Jahr wieder gemeinsam mit Hermann Wallmer SUI-22 optimal nutzen konnte. Jeden Tag kam der Wind etwa ab 14 Uhr, so daß immer genug Cappuccino Zeit war.

Für das folgende Wochenende war dann die Classic Regatta im AVB, jedoch im Konflikt mit der Regatta in Dervio am Comer See, somit leider nur noch13 Segler. Bei wieder idealen Bedingungen konnten 6 Wettfahren durchgeführt werden. Mit einer Serie von 7,1,4,6,1,2 gab es den 2. Platz vor Giancarlo De Marinis. Gewonnen hat Giorgio Lais mit der letzten Wettfahrt, wo er mit einer Bootslänge die Nase vorne hatte.

Das war Bracciano 2020 im Corona Jahr, 11 Tage perfektes Segeln, 11 Wettfahren, etwas Entschädigung für den Entzug am Jahres Anfang.

Norbert Bauer GER-548

Ergebnis und Bericht Dervio 1. und 2. August

Kleine aber feine Regatta in Dervio

Schon am Freitag waren fast alle auf dem Wasser. Bei wunderschönem Thermikwind um 12 manchmal 15 kn foilten die Besten rauf und runter. 35°C Lufttemperatur waren kein Problem, solange man segelte. Es ist erstaunlich wie gut einige das Upwindfoilen jetzt beherrschen.
Dem „Expired Great Grandmaster“ war das alles etwas zu wild und er stellte bald auf skimming Modus um, quasi als Training für’s nächste Jahr im Classic-Boot.
An Land konnte man Bobs neueste Errungenschaft, den Exploder 2020 bewundern. Ein Boot ohne Fehl und Tadel mit vielen durchdachten, sauber konstruierten und gefertigten Details.
Zur Regatta am Samstag war der Wind etwas weniger und gleichmäßiger. Upwindfoilen war nur selten sinnvoll. 2 Wettfahrten wurden gesegelt, die (natürlich) Bob für sich entschied, dann kam ein Gewitter.
Am Sonntag war der Himmel immer noch mit Gewitterresten bedeckt. Statt Thermik wehte nur leichter Nordwind. Nach noch nicht mal einer Runde der dritten Wettfahrt war Schluß mit dem Wind, leider.
Aber alle waren sich einig, dass man nächstes jahr wieder bei der Dervio-Regatta antreten will.

M

Französische Meisterschaft 2019 in Maubuisson

Bereits zum dritten Mal in Folge beherbergte der Cercle de la Voile de Bordeaux die offene französische Meisterschaft der A-Cats. Der Club liegt am wunderschönen und recht großen Lac d’Hourtin, drei Kilometer von der Atlantikküste entfernt. Wer auf Dünen, perfekte Sandstrände und Pinienwälder steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Erneut lockte das attraktive Revier ein hochkarätiges Feld mit 51 Teilnehmenden aus acht Nationen an.

Die weiteste Anfahrt hatte Tom Bojland aus Dänemark, knapp gefolgt von Vladislav Ptasnik aus der Tschechischen Republik. Aus Deutschland hatten sich Matthias Dietz, Jens Krauss und Christian Stock auf den Weg gemacht.

Während es im vergangen Jahr fast durchgängig T-Shirt-Wetter gab, stellten diesmal ausgedehnte herbstliche Regenfronten die Segler auf die Probe. Vor der Meisterschaft regnete es teilweise wie aus Kübeln, die Pfützen waren wohnzimmergroß. Danach wurde es besser, bis auf eine bemerkenswerte Ausnahme, von der gleich noch die Rede sein wird.
Am Trainingstag vor der Regatta weht ein prächtiger Wind mit 12 bis 15 Knoten. Es gab viele spannende Speedvergleiche. Beeindruckend war insbesondere der 75-jährige Piet Saarberg (dem die Klasse laut eigenen Angaben rund 800 Carbonmasten zu verdanken hat). Er hatte seinen Mast auf 8,40m Länge gekürzt und ein perfekt dazu passendes Decksweepersegel schneidern lassen. Mit diesem Setup war er am Wind nicht nur sehr schnell, sondern erzielte auch phänomenale Höhe. Vormwind war er dann allerdings durchaus überholbar.

In Frankreich sind die Classicboote nachwievor stark vertreten, hier hatte ein starkes Kontingent von 37 Classics gemeldet. Viele Classics waren technisch auf dem aktuellen Stand, einige waren sogar rückgebaute Foiler (darunter auch DNA F1 und Exploder AD3). Auch die älteren Boote waren zumeist in Topzustand; wer hier mit ungepflegten Plattformen oder ausgelutschten Segeln antritt, sieht kein Land. Bei den Foilern waren keine Novitäten zu beobachten, es scheint, als sei der Evolutionszyklus inzwischen stark verlangsamt. Das schont nicht nur die Geldbeutel, sondern bringt auch Ruhe in die Klasse. Und es lenkt den Blick immer stärker auf die seglerischen Leistungen der einzelnen Piloten.

Pünktlich zur Startzeit am ersten Renntag stellte der Wind auf zwei bis vier Knoten ab. Da die Wettfahrtleitung sich brav an die Klassenvorgaben zur Mindestwindgeschwindigkeit hielt, kam kein Rennen zustande.

Am zweiten Tag dann ein gegenteiliges Bild: Auf dem See wurden von einer verankerten Wetterstation bis zu 32 Knoten Wind gemessen (man konnte das in Echtzeit im Internet verfolgen. Tolle Sache!). Erst gegen Mittag lieg der Wind nach, so dass die Segler aufs Wasser geschickt wurden. Einige zogen es vor, an Land zu bleiben, anderen war angesichts weiter angekündigten Regenfronten nicht ganz wohl bei der Sache. Der erste Lauf konnte bei moderatem Wind von rund 10 Knoten gesegelt werden. Hier zeigten nahezu alle Foiler, welches Potential in ihnen steckt.
Dann frischte der Wind auf. Angesichts der schwarzgrauen Wolken war klar, was jetzt kommt: Viel Regen und viel Wind. Eine so nasse Wettfahrt hatten die meisten Segler in ihrer Karriere noch nicht erlebt, da waren sich hinterher an Land alle einig. Der Wind überstieg die 20 Knoten allenfalls punktuell. Doch weil der sintflutartige Regen alles platt bügelte, sah man die heftigen Böen nicht herankommen. Viele kenterten, zum Glück ohne Schaden an Mensch und Boot. Minutenlang war man im Blindflug unterwegs, die Tonnen waren nicht mehr zu sehen und man konnte nur ahnen, wo sie liegen. Die Wettfahrleitung hielt sich erneut brav an die Vorgaben der Klasse, diesmal zur maximalen Windgeschwindigkeit, und ließ das Rennen laufen. Im Ziel waren dann alle sehr erleichtert, dass es nicht ganz so brutal gekommen war, wie es leicht hätte sein können.
Der dritte Lauf war dann nur noch nass, die circa 14 Knoten waren ganz gut zu bewältigen. Emmanuel Dodé ließ in allen Rennen nichts anbrennen und fuhr drei erste Plätze. Matthias Dietz erzielte die Platzierungen drei und vier, konnte aber beim dritten Rennen nicht starten, weil das Vorliek teilweise aus der Nut kam. Das spülte ihn vorerst auf den 17. Platz zurück. Zu seiner eigenen Überraschung fand Christian Stock sich auf dem ersten Platz der gesonderten Classic-Wertung wieder. Dazu verhalfen ihm weniger herausragende Einzelplatzierungen, als vielmehr die Konstanz.

Der dritte Renntag begrüßte die geplagten Segler mit Sonne und Leichtwind. Ein Rennen in der Morgenbrise musste wegen einsetzender Flaute abgebrochen werden. Zum Leidwesen von Christian und Matthias, die zu diesem Zeitpunkt auf Platz 1 und 3 lagen. Die gesamte Flotte verholte sich dann an die umliegenden Sandstrände und genoss eine ebenso sonnige wie gesellige Pause. Erst nach mehreren Stunden setzte eine segelbare Nachmittagsbrise ein, in der noch ein Lauf zu Ende gebracht werden konnte. Danach wurde der Wind immer besser, aber wegen der bevorstehenden Sitzung der französischen Klassenvereinigung wurde früh Feierabend gemacht. Schade, hier wären noch zwei Läufe mehr drin gewesen.

An letzten Renntag lag Spannung in der Luft. Es war leichter Wind bis maximal zehn Knoten angesagt. Konnten die Foiler sich gegen die Classics erwehren, insbesondere der führende Emmanuel Dodé? Konnte Matthias seinen herausragenden zweiten Platz in der Gesamtwertung halten? Konnte Christian sich gegen die bärenstarken französischen Classic-Segler behaupten, insbesondere gegen den Vorjahressieger Albert Roturier? Nach zwei sehr engen Läufen, bei denen Albert erwartungsgemäß vorne lag, hatten beide Deutsche sich schon damit abgefunden, jeweils einen Platz zurückgefallen zu sein. Dann die Überraschung an Land: Matthias blieb zweiter in der Gesamtwertung. Das war nach 2017 (Platz 3) und 2018 (Platz 5) erneut ein riesiger Erfolg für ihn. Matthias ist bei der französischen Meisterschaft immer topmotiviert, das Revier liegt ihm einfach. Christian wurde Gesamtvierter, er holte sich zudem mit nur einem Punkt Vorsprung auf Albert den Sieg der Classic-Wertung (bei der die Foiler komplett heraus gerechnet werden. Es handelt sich also nicht um einen Auszug aus der Gesamtwertung). Für Jens Krauss wehte insgesamt deutlich zu wenig Wind, bei mehr Druck wäre sicher mehr drin gewesen als der 43. Platz.

Emmanuel Dodé hatte es geschafft, den Leichtwindtag mit Platz 13 und 1 an der Spitze des Klassements zu überleben. Somit wurde er äußerst verdient französischer Meister! Bei ihm waren es konstant exzellente Leistungen bei allen Windbedingungen, die ihn zum Sieger machten. Gleiches gilt für Matthias. Foiler-Piloten, die sich bei Leichtwind schwer tun, werden die Botschaft nicht so gern hören, aber die Wahrheit ist: Ein gut gesegelter Foiler kann auch bei Wind von 5 bis 7 Knoten mit den schnellsten Classics mithalten! Und es liegt nicht allein am Gewicht, denn weder Emmanuel noch Matthias sind ausgesprochene Leichtgewichte. Sie konnten beide auf der Kreuz so viel Vorsprung herausfahren, dass sie die 200 Meter Verlust auf der Vorwindstrecke wegsteckten.

Fazit: Trotz widriger Witterung war es wieder einmal eine tolle Regatta, die durchaus noch mehr Teilnehmer verdient. Höhepunkt der Social Events war das von den Seglern selbstorganisierte Büfett, zu dem alle aus ihren Herkunftsregionen leckere Spezialitäten zum Essen und Trinken mitgebracht hatten. Eine gute Idee, die zur Nachahmung einlädt.

Christian Stock (GER 100)

Gesamtwertung:
http://www.cerclevoilebordeaux.com/regates/resultats-2019/national_classea_g.htm

Classic-Wertung:
http://www.cerclevoilebordeaux.com/regates/resultats-2019/national_classea_class.htm

IDB 2019 in Arco, Mischa Heemskerk gewinnt vor Kohlhoff (Deutscher Meister) und Caviezel

Paul Kohlhoff gewinnt deutschen IDB Titel (Open) Florian Hennig die deutsche Classic-Wertung

Dieses Jahr war mit Arco am Nordende des Gardasees ein bewährter Veranstaltungsort für die
IDB gefunden.
Die fast 50 Boote umfassende Meldeliste mit Teilnehmern aus acht Nationen versprach eine
spannende Regatta. Neben dem amtierenden Weltmeister Mischa Heemskerk und dem
griechischen Tornado- und F18 Experten Konstantinos Trigonis waren insbesondere die
deutschen Segler auf den Rio-Nacra 17 Olympioniken Paul Kohlhoff gespannt, der erst zwei Tage
vor der Regatta das Ex-Boot von Manoel Calavia übernommen hat.
Die Rennen starteten am Freitag in moderatem Südwind, aber bereits im zweiten Rennen frischte
der Wind auf über 20 Knoten auf. Die beiden Rennen des Tages wurden von Mischa gewonnen,
jeweils gefolgt von Sandro caviezel und Konstantinos Trigonis.
Samstag wurden die Rennen wieder mit dem Südwind gestartet, der auch für drei Rennen hielt.
Hier gewann Mischa ein Rennen, Paul Kohlhoff konnte die beiden anderen für sich entscheiden –
beeindruckend dafür, dass er erst den zweiten Renntag auf seinem neuen Sportgerät saß.
Die abschließenden Rennen am Sonntag waren mit dem frühen Nordwind geplant und ein Start
um 8:00 weit südlich machte die Nacht kurz und erforderte ein Aufbauen in der
Morgendämmerung.
An der Startlinie fanden sich dann ruppige Bedingungen bei ordentlich Schwell und über 20
Knoten wind.
Mischa konnte alle drei Rennen des Tages gewinnen, zweimal Sandro Caviezel und einmal Alex
Meister auf den zweiten Plätzen, wobei letzterer damit seine Form vom Gewinn in Campione am
Vorwochenende unter Beweis stellen konnte.
In Summe konnte Mischa Heemskerk damit die Gesamtwertung der Regatta souverän für sich
entscheiden, den deutschen Titel in der offenen Wertung gewann als gesamtzweiter Paul Kolhoff,
von dem wir wahrscheinlich in der heißen Vor-Olympia-Phase demnächst hoffentlich weitere
Erfolge im Nacra 17 sehen werden. Die Teilnahme von Paul und sein Titel ware einmalmehr ein
Statement, dass der A-Cat Anziehung auf Top-Segler ausübt. Der A-Cat stellt aus Sicht von Paul
nicht nur für die Nacra17 Teams sondern auch für Kadersegler anderer olympischen Klassen eine
perfekte Trainingsplattform dar.
Das stark besetzte Feld der Classic-Wertung konnte der Italo-Schwede Alberto Farnes für sich
entscheiden mit einem respektablen 15. Platz über alles.
Den deutschen Titel der Klassik-Wertung gewann Florian Hennig, gefolgt von Georg Reutter und
Norbert Bauer.
Zusammenfassend hat der Gardasee wieder einmal ein meisterschaftswürdiges Revier
abgegeben, dass am Ende bei teils anspruchsvollen Bedingungen die verdienten Sieger
hervorgebracht hat.

Christian Schäfer

Bericht folgt?

Fotos hier: https://www.flickr.com/photos/153162608@N02/albums/72157711229988273

Univela Trophy 2019 – Campione Gardasee

Zur Univela Trophy am Gardasee fanden sich am vergangen Wochenende 27 Starter ein, darunter auch sechs deutsche Segler. Die Meisten nutzten die Gelegenheit, um sich auf die bevorstehende IDB in Arco vorzubereiten. Schöner Wind um die 10 Knoten und spätsommerliche Temperaturen waren eine prima Voraussetzung, um alle sechs ausgeschriebenen Wettfahrten planmäßig durchführen zu können. Mit drei Laufsiegen konnte sich am Ende Alexander Meister knapp vor Sandro Caviezel und Paolo Penco durchsetzen.

Mit Bob Baier, Matthias Dietz und Klaus Raab auf den Plätzen 5, 6, und 7, waren drei weitere deutsche Segler unter den Top-Ten. Inzwischen ist der Regattatross weiter in Richtung Torbole gezogen und trainiert fleißig vor Ort.
Danke an das Univela Team für die tolle Regatta und auch für die Unterstützung beim Bootstransfer mit dem Motorboot.

Florian Hennig

Fotos unter:
https://www.facebook.com/campioneunivelacenter/

Forte de Marmi 14-15 September 2019

Mit 27 Classic A-Cats war die Regatta im Yacht Club Versilia, Forte de Marmi sehr gut besucht. Sehr erfreulich waren die vielen jungen Nachwuchssegler die sich für den A-Cat begeistern. Eine Leichtwind Serie mit 6 Wettfahrten bei etwa 6-7 Knoten Wind wurde von der hervorragenden Wettfahrtleitung sehr gut gemeistert.
Insgesamt eine sehr gute Veranstaltung in einem gastfreundlichen Club.

Norbert Bauer

Holländische Meisterschaft (ONK) 2019

Wie immer fand sie in Hellevoetsluis statt.
Es war eine Wahnsinnsveranstaltung mit gutem Wind und 13 Wettfahrten.
Wo gibt es da mehr in 3 Tagen ?
1. Tag mit 5 harten Wettfahrten bei kräftiger Brise
Die ersten 4 der Gesamtwertung und Mischa waren eine Klasse für sich und immer sehr weit vorne. Mischa foilte als einziger am Wind, meist mit gutem Vorteil, aber auch einmal mit Nachteil. Er musste nach diesem Tag leider dienstlich verreisen.
2. Tag mit 4 Wettfahrten bei mäßiger Brise, öfters mal passend für die Classicer, z.B.für Caroline.
Sie beherrschte diesen Tag souverän. Ihr Boot ist ein Classic-Nikita, aber mit Decksweeper-Segel.
3. Tag wieder mit 4 Wettfahrten und guter Brise.


Auf den ersten Plätzen der Gesamtwertung PJ, Thijs Visser (kenn ich noch gar nicht), Rutger Krijger und, wieder mit einer soliden Leistung, unser Alex Meister.

Hellcat, der Verein, bot Wind, Sonnenschein, professionelle Wettfahrtleitung, Abendessen und Frühstück. Das ganze für moderates Meldegeld. 5 Deutsche A-Catler nahmen dieses Angebot an.

weiterer Bericht und gute Bilder unter https://www.catsailingnews.com/

A-Cat Worlds Weymouth / Portland Wrap up (25. bis 30.8.2019)

Mischa Heemskerk, NL gewinnt mit acht ersten Plätzen in 12 WM-Läufen überlegen die WM in der Foiler-Klasse. Zweiter wird Dave Shaw, NZ vor Tymoteusz Bendik, PL. Die mit favorisierten Emanuel Calavia, ESP (4.) und Steven Brewin, AUS (36.) können sich nicht auf den Medaillenplätzen durchsetzen. Der Sieger der in der Vorwoche durchgeführten UK-Nationals, Steven Brewin fällt zu Beginn des sechsten Laufes – zu diesem Zeitpunkt schon mit deutlichem Punktrückstand – mit einer Fußverletzung nach Kenterung aus; Emanuel Calavia fehlt für den Sprung aufs Treppchen etwas Glück in den letzten Läufen.
So konnte Mischa Heemskerk wie schon in einigen Regatten dieses Jahr gezeigt, ungefährdet siegen. Er fährt, in Abwesenheit von Glenn Ashby, in seiner eigenen Klasse. Einzig ein letzter Platz im ersten Lauf bei sehr wenig Wind führt in der Brutto-Bilanz zum Punktaufwuchs. Im Laufe der erstmals durchgeführten 12 Läufe bei zwei Streichergebnissen zeigte Mischa in allen Windbedingungen eine überlegene Bootsbeherrschung, sehr sichere und schnelle Manöver und einen konstant hohen Bootsspeed.
Die WM wurde dabei ausschließlich innerhalb des olympischen Hafens von 2012 gesegelt; zahllose riesige Quallen verhinderte das Segeln außerhalb des Beckens. Die Tiere fanden in kleinerer Zahl zwar auch ihren Weg nach innen, zu Schäden an den Booten kam es aber nur in überschaubarer Anzahl. Die ersten fünf Wettfahrten (So-Di) wurden dabei in knapp 5 bis 10 Knoten ausgeführt, die restlichen Wettfahrten dann (Mi-Fr) bei deutlich mehr Wind, ca. 12 bis 21 Knoten (plus überraschend kräftige Böen und Dreher für ein Seerevier). Die begrenzten Wege im Becken kompensierte die sehr gute Wettkampfleitung, David Campbell-James und sein Team ab Mittwoch mit durchgängigen vier Laufrunden, was bei z.T. sehr hoher Bootsgeschwindigkeit zu wirklich engen Rennsituationen führte. Volle Konzentration vom Start bis zur Ziellinie war Pflicht!
Die Fertigkeiten im Feld nehmen weiter zu, beinahe alle Piloten können jetzt stabil und mit hoher Geschwindigkeit Down-Wind foilen. Um den Unterschied zu machen ist das Up-Wind-Foilen für Top-Resultate damit zunehmend Pflicht, auch wenn es derzeit nur von sehr wenigen Seglern durchgehend effizient umgesetzt werden kann, dennoch werden manche Schläge mit großem Raumgewinn belohnt.
Das überwiegend flache Wasser ermöglichte einen guten Vergleich der derzeitigen Bootsgeschwindigkeit der bekannten Hersteller. In den Gesprächen an Land wurde dabei von den Seglern aber nur unwesentliche Unterschiede erkannt. Auch mit Booten der vorletzten Generation waren im meist recht flachen Wasser (Wellen bis max. ca. 0,80 m) ohne Weiteres Top-Resultate in allen Windbedingungen möglich. Nach etwas mehr als sechsjähriger Entwicklung der Foils und deren Ansteuerung sind die Boote von ihrer Performance insgesamt wieder recht eng zusammen.
Dennoch kann man nach Einschätzung des Autors zum jetzigen Zeitpunkt festhalten, dass bei den offenen A-Cats noch weitere Entwicklungssprünge möglich sind und vermutlich auch kommen werden: Trotz vergleichsweise geringem Gewicht, großer Segelfläche und hohem aufrichtendem Moment ist die Endgeschwindigkeit mit ca. 30+ Knoten relativ überschaubar, effizientes Am-Wind-Foilen recht schwierig und erst ab ca. 10-12 Knoten möglich, weiter gibt es durchgehend gefoilte Manöver nur gerüchtehalber im Einzelfall. Es gibt also noch Potential für A-Cat Piloten, Konstrukteure und Regelhüter…
Mit fünf von 64 Teilnehmern in der offenen Klasse war das deutsche Feld dieses Mal überschaubar, die komplizierte Anreise und die zu erwartenden Bedingungen taten vermutlich ihr Übriges. Beste deutsche Teilnehmer wurden auf den Plätzen 28 und 38 Rainer Bohrer und Guido Schulte. Katrin Brunner belegte als einzige Frau bei den Foilern den 43ten Rang.

Bei den klassischen A-Cats gewann in einem Feld von (nur) 24 Booten Andrew Landenberger, sein Sohn, Andi wurde hinter Scott Anderson sehr guter Dritter und zudem Junior Champion. Leider hatten wir in diesem Feld trotz viel Potential keinen deutschen Starter…

Die nächste WM findet Ende Oktober 2020 in Florida, Tampa Bay statt. Die Vision der Veranstalter: 200 Boote aus 20 Ländern! (RB)

Resultate:
https://www.sailwave.com/results/wpnsa/2019_A-Class_Worlds/results.htm?fbclid=IwAR0dPj4o07CbTIwp9pOqzyJaqJrg3RtahstKvjhbtl9WB5uI7NVgB9V0ElY
Ausführliche Berichte, u.a.:
https://www.sail-world.com/news/221567/A-Class-Cat-Worlds-at-the-WPNSA-overall
www.a-cat.org