Ergebnis und Bericht Ammercat 2026
Wer den Ammersee noch nicht kennt, sollte dort mal vorbeischauen. Der See ist 15 Kilometer lang und bis zu 5 km breit. Er liegt im hügeligen Voralpenland zu Füßen majestätischer Berggipfel, die bis ins späte Frühjahr schneebedeckt sind. Das Ufer ist vielerorts nicht bebaut und dank Schilfgürtel und dichtem Baumbestand idyllisch. Kurz gesagt, es ist ein idealer Spot zum Segeln. Nur mit dem Wind ist es manchmal schwer.
Außer einem ominösen morgendlichen Südwind gibt es keinen regelmäßigen thermischen Wind wie in einigen anderen Alpenspots, man muss also meist mit Gradientwind vorlieb nehmen. Und der hält sich bekanntlich nicht immer an die Wettervorhersage, der Halunke.
Die Ammercat ist eine seit vielen Jahren bestehende A-Cat-Regatta der Seglervereinigung Breitbrunn. Sie ist so etwas wie der Inbegriff einer gelungenen Clubregatta: Familiäre Atmosphäre, herzliche Gastfreundschaft, unkomplizierte Regelungen und niedriges Startgeld. In diesem Jahr lockte dieses attraktive Gesamtpaket 17 Segler an, darunter erfreulicherweise auch vier Segler aus dem benachbarten Österreich. Die Mehrheit segelte Classics, aber es waren auch drei Foiler am Start.
Angesichts der vorhergesagten leichten Winde aus Nordost stellte sich vor der Regatta die Frage: Wird Lokalmatador Georg Reutter mit seiner Nikita-Leichtwindrakete erneut den Sieg erringen, wie immer knapp vor Christian Stock (DNA Classic)? Oder werden Wolfgang Klampfer und Jürgen Koch (beide AD3 Classic) aus Österreich ihrem Ruf als exzellente Segler gerecht werden? Und was ist mit Jungstar Moritz Weis (AD3 Classic), der studienbedingt länger pausiert hatte, aber immer dann pfeilschnell ist, wenn das Trapez benutzt werden kann? Oder wird die lebende A-Cat-Legende Norbert Bauer, ebenfalls ein Local mit Nikita, einmal mehr am Ammersee gewinnen?
Die genannten Segler machten es bis zum Schluss spannend. Die Zieleinläufe waren in allen vier gesegelten Rennen extrem knapp, oft trennten die erst drei bis vier Boote nur wenige Meter voneinander. Die Punktabstände in der Ergebnisliste täuschen größere Unterschiede vor, als sie auf dem Wasser bestanden. Aufgrund der mäßigen Winde von vier bis neun Knoten machten die Classics die Podiumsplatzierungen unter sich aus. Auffällig war, wie stark bei dieser Regatta taktisch gesegelt wurde. Taktische Standards wie „immer zwischen Gegner und Bahnmarke bleiben“, „Innenposition an der Leetonne erarbeiten“ oder „in Luv den in Lee liegenden Gegner kontrollieren“ wurden in einem Maße angewandt, wie es bei den schnellen A-Cats und der großen Bedeutung von purem Bootspeed nicht so oft vorkommt. Sogar seltene Dinge wie risikoreiche Starts mit Wind von Backbord kamen mehr als einmal vor.
Am smartesten segelte letztlich Wolfgang Klampfer vom Wallersee. Er startete immer souverän, erlaubte sich keine nennenswerten Fehler und hielt Gegner selbst dann taktisch auf Abstand, wenn sie mal schneller waren als er. Georg Reutter und Christian Stock kamen nach intensiven Duellen punktgleich auf Platz zwei und drei. Bester Foiler war Marco Götz vom Starnberger See vor Klaus Raab (Forggensee). Für sie war in allen Wettfahrten zu wenig Wind, um fliegen zu können.
Wettfahrtleiter Klaus Brütting bedankte sich bei allen Seglern für faire Rennen und guten Sport, vor allem aber auch bei seinem engagierten Team und bei Gisela Ramisch für die tolle Bewirtung. Ohne Menschen, die ihre Freizeit opfern, damit wir segeln können, gäbe es solche tollen Regatten nicht. Hipp Hipp Hurra!
Christian Stock





