Ergebnis Ammercat 2017

Helmut Stumhofer gewinnt in Breitbrunn/Ammersee vor Marco Götz und Hermann Ramisch
 

Für viele A-Cat-Segler war die Ammercat die erste Gelegenheit, in der Saison 2017 aufs Wasser zu kommen. Im April hatte garstiges Wetter nur wenige zum Trainieren motiviert. Diejenigen, die an den Gardasee ausgewichen waren und schon einige Wasserstunden im Portfolio hatten, zeigten dann durch souveräne Flugeinlagen, dass viel Segeln viel hilft. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Weihnachtsmann im Winter nagelneue Flugboote beschert hatte. Auch wenn deren Flugfähigkeiten signifikant besser sind als bei älteren Modellen, so verlangen doch auch sie exzellentes Handling.

Doch beginnen wir ganz vorne: Am Samstag zeigt sich das Wetter am Ammersee von der freundlichen Seite. Endlich Sonne, endlich T-Shirt! Der angesagte Nordostwind erwies sich jedoch als löchrig, weshalb die angereisten 19 Segler – und zu ihrer Erleichterung auch die Wettfahrtleitung – es vorzogen, an Land zu ratschen und den leckeren Kuchen zu genießen. Am Nachmittag stabilisierte sich die leichte Brise dann halbwegs. Binnen einer halben Stunde waren alle auf dem Wasser und probierten, ob nach der Winterpause Boot und Segel noch so funktionieren, wie man es vage im Gedächtnis hatte. Wettfahrtleiter Klaus Brütting blies die erste Wettfahrt überraschenderweise so zügig an, dass zwei Drittel des Feldes viele Minuten zu spät zum Start kamen.

Beim leichten Wind von 4 bis 6 Knoten schlug die Stunde der Non-Foiler. Die neuesten Foilerboote sind zwar inzwischen auch bei leichtem Wind nicht mehr langsam, und vor allem gelingt es den Cracks inzwischen, sie bereits bei rund 6 Knoten Windgeschwindigkeit auf die Flügel zu hieven. Doch noch haben die Non-Foiler bei leichtem Wind insbesondere downwind einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil. Bei der zweiten Wettfahrt reichte es teilweise schon zum Trapezsegeln, doch die Windstärke war immer noch ganz knapp unterhalb des Wendepunktes, an dem die Foiler dann wie entfesselt zu rasen beginnen. Das Zwischenergebnis am Abend fiel entsprechend aus: Angeführt wurde das Klassement von den Non-Foilern GER 100 und GER 600. Einzig Leichtwindfuchs Georg Reutter konnte mit seinem neuen Exploder die Bilanz der Foiler mit Rang 3 aufbessern.

Doch am Sonntag wurden die Karten neu gemischt: Eine Front brachte nicht nur Regen, sondern auch Wind in einer sehr passablen Stärke von 3 bis 4 Windstärken, in Böen 5. Nun riefen insbesondere Helmut Stumhofer, Marco Götz, Klaus Raab und Andreas Grünenwald das enorme Speedpotenzial ihrer Flugboote ab. Die Nonfoiler konnten drei Läufe lang nur noch von hinten zusehen, wie die Cracks um die Tonnen heizten. Die Routiniers Helmut Stumhofer und Marco Götz ließen nichts anbrennen und belegten die beiden ersten Plätze im Gesamtklassement. Doch ganz aus dem Rennen waren auch die Non-Foiler nicht: Altmeister Hermann Ramisch ersegelte Bronze, gefolgt von Günter Simen und Christian Stock (der allerdings in der vierten Wettfahrt den Mast bereits auf dem Wasser legte).

Fazit: Die Ammercat 2017 war eine schöne, gut organisierte Regatta mit Windbedingungen, bei denen für jeden etwas dabei war. Die herzliche Gastfreundschaft der Seglervereinigung Breitbrunn, das Alpenpanorama und die tolle Lage des Clubgeländes am Ostufer des Ammersees lohnen auch eine weite Anreise. Die nächste Gelegenheit bietet sich bei der Wiesn-Regatta Mitte Oktober.

Christian Stock (GER 100)

YouTube Video: https://www.youtube.com/watch?v=zvl9WcVaUsE 

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